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Zoombombing: Was es ist und wie Sie sich schützen

Oliver William Carter • 2026-07-06 • Gepruft von Oliver Weber

Stellen Sie sich vor, Sie leiten eine wichtige Videokonferenz, und plötzlich erscheint ein Fremder auf dem Bildschirm, der störende Inhalte teilt. Genau das ist Zoombombing – ein Phänomen, das seit 2020 Tausende von Meetings betrifft. Dieser Leitfaden zeigt, was Zoombombing ist, welche rechtlichen Konsequenzen drohen und wie Sie sich mit wenigen Einstellungen schützen können.

Erste dokumentierte Vorfälle: März 2020 ·
Zoom-Nutzer (April 2020): 300 Millionen ·
FBI-Verwarnungen: April 2020 ·
Anstieg der Vorfälle: 1.500 % im März 2020

Kurzüberblick

1Was ist Zoombombing?
2Rechtliche Konsequenzen
3Prävention
4Sofortmaßnahmen
  • Teilnehmer stummschalten oder entfernen (Anti-Defamation League – siehe Karte 1)
  • Meeting sperren und aufzeichnen (Anti-Defamation League – siehe Karte 1)
  • Beweise sichern (Chat-Export, Screenshots) (Anti-Defamation League – siehe Karte 1)

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Fakten zu Zoombombing.

Merkmal Wert Quelle
Begriff entstanden 2020 University of Miami UMIT
Erster bekannter Vorfall März 2020 Oregon DOJ (siehe Karte 1)
Zoom-Nutzer (April 2020) 300 Millionen Business Insider (siehe Karte 2)
FBI-Warnung April 2020 Anti-Defamation League (Verweis auf FBI, siehe Karte 1)
Typische Opfer Schulen, Universitäten, Unternehmen Oregon DOJ (siehe Karte 1)
Rechtliche Grundlage Deutschland §317 StGB (Störung von Telekommunikationsanlagen) Strafrecht Siegen
Gesetzliche Basis USA Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) Business Insider (siehe Karte 2)

Was ist Zoombombing?

Definition

  • Zoombombing bezeichnet das unerwünschte Eindringen unbefugter Personen in eine Zoom-Videokonferenz mit dem Ziel, die Sitzung zu stören oder zu belästigen (Oregon Department of Justice (US-Behörde) – siehe Karte 1).
  • Die University of Miami beschreibt es als Eindringen Unbefugter, die Funktionen wie Bildschirmfreigabe, Annotation oder Chat nutzen, um Störungen zu verursachen (University of Miami UMIT – siehe Karte 1).

Ursprung des Begriffs

Der Begriff „Zoombombing“ tauchte erstmals im März 2020 auf, als die Nutzung von Zoom aufgrund der COVID-19-Pandemie explosionsartig anstieg. Erste dokumentierte Vorfälle wurden von der Polizei und Sicherheitsbehörden gemeldet (Oregon DOJ – siehe Karte 1).

Der Haken

Viele Nutzer gehen davon aus, dass ein Passwort ausreicht – doch ohne Warteraum kann der Passwortschutz leicht umgangen werden, wenn der Link weitergeleitet wird.

Die Implikation: Zoombombing ist kein Hack der Software, sondern ein Zugangsproblem – und damit durch einfache Einstellungen vermeidbar.

Ist Zoombombing illegal?

Strafrechtliche Einordnung in Deutschland

  • In Deutschland kann Zoombombing als Störung von Telekommunikationsanlagen nach §317 StGB gewertet werden. Die Vorschrift stellt das Beschädigen, Zerstören oder Stören öffentlicher Telekommunikationsanlagen unter Strafe – mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (Strafrecht Siegen (deutsche Kanzlei für Strafrecht)).
  • Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) weist darauf hin, dass technische Störungen in einer Videoverhandlung nicht automatisch zu einem Versäumnisurteil führen dürfen, was die rechtliche Relevanz solcher Störungen unterstreicht (BRAK (Bundesrechtsanwaltskammer)).

Beispiele für Urteile

In den USA gab es bereits Anklagen wegen Zoombombing. Ein Täter wurde unter dem Computer Fraud and Abuse Act (CFAA) angeklagt, weil er unerlaubt in Meetings eindrang (Business Insider – siehe Karte 2). Auch das FBI warnte im April 2020 vor der zunehmenden Zahl von Vorfällen (Anti-Defamation League mit Verweis auf das FBI – siehe Karte 1).

Was das bedeutet: Zoombombing ist kein Kavaliersdelikt, sondern in vielen Fällen eine Straftat – sowohl in Deutschland als auch international.

Wie geht man mit Zoombombing um?

Sofortmaßnahmen während eines Angriffs

  • Der Host sollte alle Teilnehmer stummschalten und den oder die Störer umgehend aus dem Meeting entfernen (Anti-Defamation League (US-Organisation gegen Hassverbrechen) – siehe Karte 1).
  • Das Meeting sollte gesperrt werden, sodass keine neuen Teilnehmer beitreten können (Anti-Defamation League – siehe Karte 1).
  • Zur Beweissicherung empfiehlt die ADL, das Meeting aufzuzeichnen, den Chat zu speichern und Screenshots anzufertigen (Anti-Defamation League – siehe Karte 1).

Präventive Einstellungen in Zoom

  • Warteraum aktivieren: Teilnehmer werden nur nach Bestätigung durch den Host zugelassen (TechRepublic (Technologieportal) – siehe Karte 3).
  • Bildschirmfreigabe auf den Host beschränken, sodass Teilnehmer nicht eigenständig ihren Bildschirm teilen können (TechRepublic – siehe Karte 3).
  • Keine persönliche Meeting-ID verwenden, sondern für jedes Meeting eine zufällige ID generieren (TechRepublic – siehe Karte 3).

Der Kern: Wer vorbeugende Maßnahmen trifft, reduziert das Risiko eines Angriffs massiv. Die Einstellungen sind einfach und in wenigen Minuten konfiguriert.

Warum machen Leute Zoombombing?

Trolling und Spaß an der Störung

Viele Zoombombing-Vorfälle sind auf Trolle zurückzuführen, die sich einen Spaß daraus machen, Meetings zu stören und die Reaktionen der Teilnehmer zu beobachten. Die Anti-Defamation League dokumentiert, dass solche Angriffe oft mit rassistischen oder antisemitischen Inhalten einhergehen (Anti-Defamation League – siehe Karte 1).

Politische oder ideologische Motive

Einige Angriffe zielen gezielt auf bestimmte Gruppen ab, etwa auf jüdische Organisationen oder LGBTQ+-Veranstaltungen. Das Oregon Department of Justice empfiehlt, solche Vorfälle als Hassverbrechen zu dokumentieren und zu melden (Oregon DOJ – siehe Karte 1).

Das Motiv ist oft Aufmerksamkeit – aber die Folgen für die Betroffenen sind ernst. Es geht nicht nur um einen Scherz, sondern um gezielte Belästigung.

Was zu beachten ist

Selbst wenn Sie alle Sicherheitseinstellungen aktivieren, bleibt das Restrisiko, dass ein Teilnehmer seinen Zugang teilt. Vertrauliche Meetings sollten immer in einer geschützten Umgebung stattfinden.

Kann man durch Zoom gehackt werden?

Unterschied zwischen Zoombombing und Hacking

  • Zoombombing ist in der Regel keine Sicherheitslücke der Software, sondern erfolgt durch öffentlich geteilte Meeting-Links oder Passwörter (University of Miami UMIT – siehe Karte 1).
  • Ein echter Hack würde bedeuten, dass der Angreifer unbefugt auf den Computer des Nutzers zugreift – das ist bei Zoombombing meist nicht der Fall (TechRepublic – siehe Karte 3).

Risiken durch Bildschirmfreigabe

Wenn ein Teilnehmer seinen Bildschirm teilt, können sensible Daten sichtbar werden. Die Michigan Municipal League warnt davor, die Bildschirmfreigabe für alle zuzulassen, da so unwissentlich vertrauliche Informationen preisgegeben werden können (Michigan Municipal League (Kommunalverband) – siehe Karte 3).

Die Unterscheidung ist wichtig: Zoombombing ist ein Zugangsproblem, kein Hacking. Doch die Folgen können ähnlich gravierend sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So schützen Sie sich vor Zoombombing

  1. Warteraum aktivieren – So kontrollieren Sie, wer beitritt. (TechRepublic – siehe Karte 3)
  2. Passwortschutz für Meetings – Nur Teilnehmer mit Passwort können beitreten. (TechRepublic – siehe Karte 3)
  3. Bildschirmfreigabe auf Hosts beschränken – Teilnehmer können keine eigenen Inhalte teilen. (Michigan Municipal League – siehe Karte 3)
  4. Keine persönliche Meeting-ID verwenden – Generieren Sie zufällige IDs. (TechRepublic – siehe Karte 3)
  5. Annotation, Chat und Dateiübertragung deaktivieren – Schränken Sie die Interaktionsmöglichkeiten ein. (Michigan Municipal League – siehe Karte 3)
  6. Teilnehmer beim Eintritt stummschalten – Verhindert unerwünschte Audio-Störungen. (Michigan Municipal League – siehe Karte 3)

Bestätigte Fakten

  • Zoombombing ist ein reales Phänomen mit dokumentierten Fällen (Oregon DOJ – siehe Karte 1).
  • Es gibt rechtliche Schritte gegen Täter in einigen Ländern (Business Insider – siehe Karte 2).
  • Sicherheitseinstellungen in Zoom können das Risiko deutlich senken (TechRepublic – siehe Karte 3).

Was unklar ist

  • Ob die reine Bildschirmfreigabe zu einem Hacking führt, ist nicht bestätigt (University of Miami – siehe Karte 1).
  • Der genaue Umfang der Vorfälle in Deutschland ist nicht öffentlich erfasst.
  • Ob Zoombombing spezifisch als Cyberstalking gewertet wird, hängt vom Einzelfall ab (Oregon DOJ – siehe Karte 1).

„Zoom-Bombing bezeichnet das ungebetene, disruptive Eindringen in eine Videokonferenz mit dem Ziel, die Sitzung zu stören oder zu belästigen.“

Oregon Department of Justice (siehe Karte 1)

„Wir empfehlen, bei einem Zoombombing das Meeting aufzuzeichnen, den Chat zu speichern und Screenshots als Beweissicherung anzufertigen.“

Anti-Defamation League (siehe Karte 1)

„Technische Störungen in einer Videoverhandlung können passieren, sie dürfen aber nicht automatisch zu einem Versäumnisurteil führen.“

Bundesrechtsanwaltskammer

Fazit: Zoombombing ist kein unvermeidbares Schicksal, sondern eine vermeidbare Störung. Für deutsche Unternehmen und Bildungseinrichtungen lautet die Devise: Sichern Sie Ihre Meetings mit den beschriebenen Maßnahmen, um nicht nur den eigenen Betrieb zu schützen, sondern auch rechtlichen Konsequenzen vorzubeugen.

Ähnlich wie beim Zoombombing zielen auch DDoS-Angriffe und deren Schutz darauf ab, digitale Dienste gezielt zu stören oder lahmzulegen.

Häufig gestellte Fragen

Kann Zoombombing vollständig verhindert werden?

Durch konsequente Sicherheitseinstellungen wie Passwort und Warteraum kann das Risiko nahezu auf null reduziert werden. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, aber die meisten Angriffe lassen sich verhindern.

Ist Zoombombing eine Straftat in Deutschland?

Ja, unter bestimmten Umständen. Nach §317 StGB kann die Störung von Telekommunikationsanlagen mit Freiheitsstrafe bestraft werden. Auch andere Straftaten wie Hausfriedensbruch oder Beleidigung kommen in Betracht.

Was tun, wenn ich während eines Meetings Zoombombing erlebe?

Entfernen Sie den Störer, sperren Sie das Meeting, stummschalten Sie alle Teilnehmer und sichern Sie Beweise (Chat, Screenshots, Aufzeichnung). Melden Sie den Vorfall ggf. der Polizei.

Welche Zoom-Einstellungen schützen am besten?

Warteraum, Passwort, Bildschirmfreigabe auf Hosts beschränken, keine persönliche Meeting-ID, Teilnehmer stummschalten beim Eintritt.

Wie erkenne ich einen Zoombombing-Angriff frühzeitig?

Achten Sie auf unbekannte Teilnehmer, ungewöhnliche Namen oder plötzliche Störungen im Chat oder Bildschirm. Aktivieren Sie die Anzeige von Teilnehmernamen und nutzen Sie die Bestätigung von Neuzugängen.

Gibt es spezielle Software gegen Zoombombing?

Zoom selbst bietet die genannten Sicherheitsfunktionen. Drittanbieter-Tools sind meist nicht nötig, wenn die Einstellungen korrekt vorgenommen werden.

Unterscheidet sich Zoombombing von anderen Cyberangriffen?

Ja: Zoombombing nutzt meist öffentlich zugängliche Links und ist kein Hack im engeren Sinne. Allerdings kann es ähnliche rechtliche Folgen haben.



Oliver William Carter

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